Die Welt der Motten

August , 2020

Mehlmotte ©Shutterstock/Jurik Peter

Motten sind die schwarzen Schafe unter den Schmetterlingen. Manche Arten sind einfach nur lästig, wenn sie von draußen zum Licht in unsere Wohnung fliegen und nervös herumflattern. Andere Arten sind aber schädlich und verursachen entweder Löcher in der Kleidung, oder verunreinigen unsere Lebensmittel, die man daraufhin sofort entsorgen muss. Aber auch wenn man es im ersten Moment nicht glauben möchte, diese Insekten haben ebenfalls ihre spezielle Rolle im Ökosystem.

Der Nutzen von Motten

Motten sind eine gute Nahrungsquelle für eine Vielzahl von Tieren, wie zum Beispiel andere Insekten, Spinnen, Frösche, Eidechsen, Mäuse, Fledermäuse etc. Die Raupen sind auch für die Aufzucht von Vogeljungen sehr wichtig.

Mottenraupen, auch Larven genannt, haben einen großen Einfluss auf die Natur. Nachdem sie die Blätter von Pflanzen gefressen haben, entwickelten viele Pflanzenarten spezielle Chemikalien, um sie für die Raupen weniger attraktiv zu machen. Aber Motten mögen auch Blütennektar und helfen so bei der Bestäubung mit.

Da Motten weit verbreitet sind, in verschiedenen Lebensräumen vorkommen und sehr empfindlich auf Veränderungen reagieren, sind sie wichtige Indikatoren für die Gesundheit der Natur. Ihre Anzahl und Verbreitung können wichtige Hinweise auf Veränderungen von Umweltparametern geben, wie zum Beispiel Luftverschmutzung, Klimawandel etc.1

Die Gefahren von Motten

Lebensmittelmotten verunreinigen durch ihre Gespinste und Kot sämtliche Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Getreideprodukte (Mehl, Grieß, Haferflocken, Nudeln etc.). Aber auch Bohnen, Nüsse, Dörrobst, Trockentiernahrung etc. stehen auf ihrem Speiseplan. Darüber hinaus können sie auch Pilze oder Milben einschleppen.

Die Produkte, die von Motten kontaminiert wurden, sollten sofort entsorgt werden, denn der Verzehr kann zu Allergien, Hauterkrankungen und Magen-Darm-Erkrankungen führen.2

Motten können sich sehr schnell verbreiten und finden in den kleinsten Winkeln Unterschlupf. Sie fressen sich auch erfolgreich durch Plastikfolien oder andere Verpackungsarten von Lebensmitteln.3

Dörrobstmottenlarven auf befallenem Getreide ©Shutterstock/Tomasz Klejdysz

Eigenschaften und Charakteristiken von Motten

Es gibt über 2.000 Mottenarten auf der Welt4, in unserem Bericht legen wir jedoch den Fokus auf die schädlichen Lebensmittelmotten. Es gibt verschiedene Arten und ein paar davon möchten wir gerne näher beschreiben.

Getreidemotte (Sitotroga cerealella):

Verhalten: Wie der Name schon sagt, bevorzugt diese Motte Getreide wie Gerste, Roggen, Mais, Hafer etc. Sie befällt sowohl getrocknetes Getreide bei der Lagerung als auch das auf dem Feld. Wenn kleine Löcher in Mais oder Weizen vorzufinden sind, kann das ein Hinweis auf einen Befall sein. Nachdem die Getreidemotte auch bei kühleren Temperaturen aktiv ist, kann sie im Winter ebenfalls Schaden anrichten.5

Aussehen: Die erwachsene Motte ist klein, gelb-braun oder hellbraun und hat eine Flügelspannweite von 13 bis 16 mm. Die Hinterflügel sind grau und werden zur Spitze hin schmäler. Die Vorder- und Hinterflügel sind mit feinen Fransen gesäumt.

Biologie: Die Weibchen legen im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 40 Eier. Diese legen sie auf oder in die Nähe von Getreide. Nach ca. vier bis acht Tagen schlüpfen die Larven und bohren sich durch die Körner, wo sie fressen und sich weiterentwickeln. In zwei bis drei Wochen durchlaufen sie drei Häutungen und verpuppen sich dann innerhalb eines Korns in einem seidenen Kokon. Die adulten Motten schlüpfen nach ca. 10 bis 14 Tagen. Der Lebenszyklus von Ei zu Ei dauert ca. 35 bis 49 Tage.6

Dörrobstmotte (Plodia interpunctella):

Verhalten: Zu ihren Nahrungsmitteln zählen unter anderem Getreide, getrocknete Früchte, Samen, Nüsse, Schokolade, Trockentiernahrung etc. Diese Art ist womöglich die häufigste lebensmittelverunreinigende Motte und auf der ganzen Welt bekannt. Dörrobstmotten können auch von außen eingeschleppt werden, z.B. durch gesammelte Nüsse aus dem Garten.7

Aussehen: Die erwachsenen Motten haben eine Flügelspannweite von 15 bis 19 mm. Die Flügel sind kupferfarben mit einem breiten grauen Band, nahe der Stelle, an der sie am Körper anliegen. Die Larven sind weiß, rosa, braun oder hellgrün und ca. 13 mm lang. Der Kopf und die Spitze des ersten Körpersegments hinter dem Kopf sind rötlich bis gelblich braun.

Biologie: Die ausgewachsenen Dörrobstmottenweibchen legen nachts über einen Zeitraum von 1 bis 18 Tagen 100 bis 400 Eier auf Larvenfutter ab. Nach 13 bis 288 Tagen ist die Larve voll entwickelt.8 Diese können einen gewissen Weg zurücklegen, um sich in Verstecken zu verpuppen. In der Dämmerung werden die erwachsenen Motten aktiv und warten in bestimmten Bereichen, wie z.B. an Wänden auf die Paarung. Adulte Motten leben für ca. sechs Tage.9

Dörrobstmotte ©Shutterstock

Mehlmotte (Ephestia kuehniella):

Verhalten: Diese Mottenart befällt neben Mehl auch eine Vielzahl anderer Lebensmittel, wie z.B. Nüsse, Schokolade, Samen, Bohnen, Trockenfrüchte, gelagerte Lebensmittel und sogar die Brutwaben von Honigbienen. Die Mehlmotte ist ein schwerwiegender Schädling in Mühlen und Lagern, wo sie mit ihren Gespinsten die Maschinen verstopfen. Diese müssen gelegentlich stillgelegt werden, damit die Gespinste der Motte entfernt werden können.
Diese Mottenart ist nachtaktiv und bewegt sich schnell im Zickzack.

Aussehen: Die erwachsene Motte hat eine Flügelspannweite von weniger als 25 mm. Die Hinterflügel sind schmutzig-weiß, die Vorderflügel blass-grau mit dunklen zickzack ähnlichen Musterungen darauf. Diese Muster verschwinden, wenn die Flügel abgenutzt werden.10

Biologie: Die Weibchen legen 116 bis 678 Eier in Mehl oder andere Lebensmittel ab. Nach drei bis fünf Tagen schlüpfen die Larven. Diese fressen in den von ihnen gebauten seidenen Röhrchen und reifen darin ca. 40 Tage. Dann verpuppen sie sich innerhalb dieser seidenen Kokons in sauberen Nahrungsmitteln, fern von befallenen Produkten. Die Verpuppungsphase dauert acht bis 12 Tage. Nach 8 bis 10 Wochen ist der gesamte Lebenszyklus einer Mehlmotte durchlaufen.11

Vorbeugung mit BIO/CLEAN KILL

Lebensmittel, wie zum Beispiel Mehl oder andere Getreideprodukte, sollten schon im Supermarkt auf Löcher in der Verpackung oder Verunreinigungen kontrolliert werden. Ebenfalls ist es von Vorteil die gefährdeten Lebensmittel gleich nach dem Einkauf in gut verschlossene Dosen oder andere Behälter umzufüllen. Diese sollten auch gelegentlich angeschaut werden.

Befallenes Getreide hat einen ekelerregenden Geruch und einen ungenießbaren Geschmack. Befallene Lebensmittel erkennt man an den Rückständen der Motten (Kot und Gespinste), die im Getreide meist an der Oberfläche gefunden werden können.5

Um aber ganz sicher vor Motten zu sein, empfehlen wir eine regelmäßige Anwendung von Bio/Clean Kill Classic bzw. Bio/Clean Kill (Extra) Mirco-Fast zur Vorbeugung. Unsere Produkte können alle paar Wochen an den Orten angewendet werden, wo sich Motten einnisten könnten. Achten Sie bei jeder Behandlung darauf, alle noch so kleinen Ritzen und Spalten zu besprühen, da sich Motten in den kleinsten Winkeln verstecken könnten.

Für die Behandlung von Küchenkästen entfernen Sie zuerst die Lebensmittel bevor Sie die Innenseiten besprühen. Warten Sie bis die Stellen getrocknet sind, dann können die Kästen wieder eingeräumt werden.

Eine noch natürlichere Bekämpfungsmethode

Die kleine Schlupfwespe (Trichogramma evanescens) ist der natürlichen Feind der Motte. Sie ist ein Parasit und unterbricht den Lebenszyklus der Motte, indem sie ihre Eier in die der Motten legt (egal ob Kleider- oder Lebensmittelmotte). Motten werden somit ganz natürlich und ohne Chemie bekämpft.

Es gibt tausende Arten von Schlupfwespen und nur einige wenige werden zur Bekämpfung von Motten eingesetzt. Andere Arten bekämpfen zum Beispiel Schildläuse, oder Fruchtfliegen. Sie finden viel Zuspruch und kommen weitläufig zum Einsatz. Daher werden sie auch speziell gezüchtet und sind käuflich zu erwerben.

Die Trichogramma evanescens sind sehr klein, zwischen 0,2 und 0,4 mm groß, also fürs menschliche Auge kaum zu erkennen. Diese Schlupfwespe kann nicht fliegen, nur krabbeln.

Eine frisch geschlüpfte Schlupfwespe – stark vergrößert ©Kai Westermeier 12

Die kleinen Wespen haben ein gutes Gespür, wo sich Motteneier verstecken. Mit ihrem Legestachel bohren sie in ein solches und legen ihre Eier darin ab. Daraus schlüpfen dann weitere kleine Schlupfwespen, die das Motten Ei leer fressen und sich nach einer Reifezeit auf die Suche nach weiteren Eiern machen.

Der große Vorteil ist, dass man Schlupfwespen wegen ihrer Größe nicht bemerkt. Sie stechen nicht, fliegen nicht und machen keine Geräusche. Die Lebensdauer beträgt nur wenige Tage bis Wochen. Und sobald sie keine Motteneier mehr finden, verschwinden sie entweder durchs Fenster, oder sie sterben und zerfallen zu kleinsten Staubhäufchen.12

 

Wenn Motten unseren Lebensraum beeinträchtigen und Lebensmittel verunreinigen, muss gehandelt werden. Aber in der freien Natur sollten Motten bewundert und respektiert werden, auch wenn die nicht so schön sind wie Schmetterlinge. 😉

 

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