DIE WELT DER FLIEGEN

Mai , 2020

Fleischfliege ©Pixabay/Carola68

Niemand freut sich, wenn er plötzlich das Summen einer Fliege bei sich zu Hause hört. “Diese Insekten sind lästig und grausig!” Jeder meint zu wissen, dass sie nur auf Kot und Kadavern sitzen und unnütz sind. Stimmt aber nicht! In diesem Beitrag möchten wir euch die Fliege aus einem anderen Blickwinkel näherbringen. Sie ist ebenfalls ein wertvoller Bestandteil des Ökosystems und sollte mehr geschätzt werden.

Der Nutzen von Fliegen

Fliegen können richtige Plagegeister sein und nerven, aber so wie die meisten anderen Insekten haben auch sie einen Nutzen und eine Aufgabe im Ökosystem.

Zu allererst möchten wir anmerken, dass Fliegen den Bienen in einem fundamentalen Bereich das Wasser reichen können. Denn auch sie leisten einen großen Beitrag bei der Bestäubung.1

Sie sind nicht nur Nahrung für Frösche, Vögel, Fische etc., sondern helfen auch Kot und Kompost zu beseitigen. Denn die Fliegenlarven zersetzen organisches Material, wie eben faule Substanzen und Ausscheidungen, und tragen so zur Produktion von fruchtbarem Boden bei.

In der Forschung verhelfen Fliegen zu wertvollen Erkenntnissen. Beispielsweise in der Gentechnik, bei der Entwicklung von schonender Insektenbekämpfung oder auch in der Forschung der Krankheitsübertragung.

Sehr spannend ist auch, dass Fliegen und generell Insekten bei der Kriminalwissenschaft eine große Hilfe sind. Die Besiedelung der Insekten an Leichen kann sehr wichtige Hinweise bieten, z.B. zum Todeszeitpunkt oder Ort des Ablebens.2

Die Gefahren von Fliegen

Wie vieles im Leben, haben auch Fliegen ihre Schattenseiten. Sie können nämlich zahlreiche Krankheiten übertragen, was bei ihrem Lebensstil nicht wunderlich ist.

Fliegen werden von vielen Gerüchen angelockt, unter anderem jenen von Exkrementen, Kadavern und verdorbenem, verfaultem Essen. Außerdem legen Weibchen ihre Eier gerne an solchen, für uns ekelhaften, Orten ab, damit die Larven nach dem Schlüpfen genug Nahrung haben. Daher ist es klar, dass dadurch auch Bakterien und Keime an einer Fliege leben/haften und sie diese auch von A nach B transportiert.

Insektenforscher haben 116 Stuben- und Schmeißfliegen an verschiedenen Orten (USA, Brasilien, Singapur) eingefangen und untersucht. Insgesamt fanden sie mehr als 600 Keime an den Fliegen, 351 auf den Hausfliegen und 316 auf den Schmeißfliegen. Einige davon sind als Krankheitserreger bekannt, die Magen-Darm-Erkrankungen, Blutvergiftung und Lungenentzündungen verursachen können.3

Aufgrund ihres haarigen Körpers sammeln Fliegen auch viel mehr Bakterien und Viren auf als zum Beispiel Kakerlaken. Das Ansteckungsrisiko ist aber nur gegeben, wenn eine Fliege tatsächlich davor auf toten Kadavern oder Kot gesessen hat. Bei guten hygienischen Bedingungen ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, durch eine Fliege infiziert zu werden. Ein kleines Restrisiko bleibt jedoch bestehen, weil man eben nie genau sagen kann, wo sie davor war.4

Ein wenig wachsamer sein und Fliegen bewusst verscheuchen schadet daher nicht, jedoch sollte man keine Panik haben. Wir haben alle schon mal etwas gegessen, worauf eventuell schon eine Fliege herumspaziert ist und es ist nichts passiert.

Kennzeichen und Eigenschaften von Fliegen

Es gibt über 10.000 Fliegenarten allein in Mitteleuropa5, zu den bekanntesten zählen die Stubenfliege (musca domestica), Fruchtfliege (drosophila melanogaster), Schmeißfliege (calliphora vicina) und der Wadenstecher (stomoxys calcitrans).

In diesem Bericht möchten wir die Stubenfliege näher beschreiben:

Musca domestica kennzeichnen sich durch ihre großen roten Facettenaugen, die mit einem dünnen goldenen Streifen umrandet sind. Sie sind dunkelgrau, haben vier schmale schwarze Streifen am Rücken (Thorax) – im Gegensatz zur Fleischfliege, die drei dicke Streifen auf dem Brustkorb hat – und werden ca. 4 bis 7 mm groß.6 Die Größe hängt bis zu einem gewissen Grad von der Verfügbarkeit von Nahrung im Larvenstadium ab, die Weibchen werden normalerweise größer als die Männchen.

Links: Stubenfliege (Musca domestica) mit vier Streifen; Rechts: Fleischfliege (Sarcophaga bercaea) mit drei Streifen ©BioCycle (HK) Ltd

Der Lebenszyklus der Stubenfliege

Ein paar Tage nach dem Schlüpfen der erwachsenen Fliege befruchtet das Männchen das Weibchen. Danach ist sie für die erste Eiablage bereit und legt die Eier in Chargen, von 75 bis 150 auf einmal, einzeln ab. Dafür suchen Fliegen geschützte Orte mit ausreichend Nahrung. Wie schon erwähnt, bevorzugen sie tierischen Dung, Kadaver, Kompost etc. Ein Weibchen kann in ihrem Leben ca. 6-mal Eier legen, also bis zu 900 Eier.
Bei gutem Klima schlüpfen die cremefarbenen Larven, auch Maden genannt, innerhalb eines Tages und starten sofort die Nahrungsaufnahme. Nach drei bis sieben Tagen hat die Made die drei Larvenstadien, bei 21 – 32 Grad Celsius, bewältigt und ist ca. 7 bis 10 mm groß.
Die ausgewachsene Larve verlässt dann den Futterplatz, um einen geschützten trockenen, kühlen Ort zu suchen, wo sie sich verpuppt. Die Puppenhaut wird aus der letzten Larvenhaut gebildet. Die Farbe variiert mit zunehmendem Alter der Puppe von gelb, rötlich und braun bis schwarz. Je nach Temperatur und Feuchtigkeit dauert die Puppenphase vier bis sechs Tage.
Danach schlüpft die erwachsene Fliege aus der Puppenhülle und kann nach ca. einer Stunde, nachdem ihr Körper und die Flügel ausgehärtet sind, losfliegen.
Unter optimalen Bedingungen dauert die Entwicklung vom Ei zur adulten Fliege ca. eine Woche.7

Das beweist, dass die Stubenfliege sich recht schnell vermehren kann, ihre gesamte Lebensdauer beträgt allerding nur zwei bis vier Wochen. Diese hängt aber auch stark von ihrem Lebensraum ab.8

Paarende Fliegen ©Pixabay/aamiraimer

Vorbeugung mit BIO/CLEAN KILL

Wir wollen alle, dass die Fliegen erst gar nicht in unser Zuhause kommen. Hier gibt es ein paar Tipps, wie man das einfach vermeiden kann.

Zuallererst ist es wichtig in den warmen Monaten, in denen Fliegen besonders aktiv sind, das Gemüse und Obst abzudecken, Lebensmittel nicht offen stehen zu lassen und den Müll ordentlich zu entsorgen. Denn diese Gerüche würden eine Fliege sehr schnell anlocken.

Da es in den warmen Monaten aber trotzdem immer wieder passieren kann, dass eine Fliege beim Öffnen der Tür oder Fenster ohne entsprechenden Fliegengitter hereinfliegt, kann man auch mit BIO/CLEAN KILL vorbeugen.

Sprühen Sie um Fenster- und Türrahmen, Fugen, Spalten, Risse sowie um Ecken und Kanten im Haus, wo Fliegen sich aufhalten/ruhen. Tragen Sie Bio/Clean Kill Classic oder Bio/Clean Kill micro-fast gleichmäßig auf diese Bereiche auf. Aufgrund der nicht färbenden Eigenschaften von Bio/Clean Kill können sowohl Möbel als auch Vorhänge behandelt werden. Dies bietet einen zusätzlichen Schutz über eine größere Fläche, und wenn sich die Fliegen auf diesen Oberflächen absetzen, kommen sie schnell mit der Restwirkung des Wirkstoffs in Kontakt.

Um Kaffee und Kuchen im Garten in Ruhe genießen zu können, kann vorab der Tischbereich, die Stühle und andere Einrichtungsgegenstände/Möbel mit Bio/Clean Kill micro-fast behandelt werden. Lebensmittel dürfen jedoch nicht direkt besprüht werden.

Interessante Facts über Fliegen

  • Die Klettertechnik: Fliegen haben winzige Widerhaken an ihren Füßen, mit denen sie sich an Wänden gut fortbewegen können. Wenn diese einmal nicht greifen, weil der Untergrund zu glatt ist, nutzen sie die Van-der-Waals-Kräfte, wie auch die Spinnen und Geckos, und haften mit Hilfe der Anziehungskraft, die zwischen den Molekülen der Füße und der Oberfläche entstehen. Fliegen können die Haftung aber auch noch verstärken, indem sie eine klebrige Substanz mit den Härchen an ihren Füßen produzieren. So können sie sich auf jeder Oberfläche festhalten, sogar auf glatten, wie z.B. einer Fensterscheibe, und kopfüber.8
  • Nur flüssige Nahrung: Fliegen haben keine Mundwerkzeuge, um hartes Futter essen zu können, deswegen erbricht die Stubenfliege verdauungsfördernde Säfte auf ihre Mahlzeit, die ihr helfen die Nahrung zu zersetzen, damit sie mit ihrem Rüssel die Mahlzeit aufsaugen kann.
  • Fast 360-Grad-Blick: Die Facettenaugen einer Stubenfliege ermöglichen es ihr fast 360 Grad, also auch hinter sich, zu sehen. Diese Möglichkeit ist für die Fliege natürlich von Vorteil, da sie so gut nach Gefahren Ausschau halten und schnell reagieren kann.9
  • Schnelle Reaktionszeit und Flugstart: Eine Fliege hat eine sehr kurze Leitungsbahn vom Auge bis zum Beinmuskel, der eine sehr kurze Reaktionszeit ermöglicht. Zusätzlich dienen „Sensoren“ an den Beinen als Schalter für schnelles starten oder abschalten der Flugmuskulatur. Wenn die Fliege beim Starten hochspringt, wirft sie damit ihren Muskelmotor an und bei der Landung wird der Antrieb automatisch abgeschaltet.
  • Schlechtes Seevermögen: Obwohl eine Fliege sehr schnell reagieren kann, ist ihre Sicht nicht so scharf. Wir Menschen haben eine Linse und dahinter eine Netzhaut, die Millionen Bildpunkte erkennt. Eine Fruchtfliege hingegen hat 750 Facetten und pro Facette nur einen Bildpunkt, also gerade mal 750 Pixel pro Bild.5

So ekelig uns Fliegen manchmal erscheinen, so faszinierend und notwendig sind sie auch für unsere Umwelt. Ja, sie können ein Gesundheitsrisiko darstellen, aber in Ländern und Umgebungen mit guten hygienischen Bedingungen können wir uns glücklich schätzen, da hier das Risiko sehr gering ist. Sie verdienen es leben zu können, wenn es die Möglichkeit dazu gibt.

Rote Facettenaugen einer Fliege ©Pixabay/ROverhate

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