Die Welt der Ameisen

Juni , 2020

Schwarze Wegameisen ©Pixabay/SandeepHanda

So schnell kann man gar nicht schauen, sind Ameisen schon zur Stelle und besuchen uns bei der Familienfeier auf der Terrasse, oder bahnen sich ihren Weg in die Küche.

Ameisen sind aus der Natur nicht wegzudenken und wie fast alle Insekten sind auch sie ein extrem wichtiger Teil des Ökosystems, welches ohne sie zusammenbrechen würde. Sie leisten sehr viel und wir Menschen sollten ihnen dankbar sein und sie, wenn möglich, am Leben lassen.

Der Nutzen von Ameisen

Ameisen sind für die Natur unter anderem aus folgenden Gründen unersetzbar:

  • Sie fressen nicht nur andere Insekten und Schädlinge, sondern auch größere und tote Tiere und kontrollieren somit die Bestände und verwerten Aas.
  • Manche Ameisen Arten tragen zur Humusbildung bei.
  • Die Sechsbeiner helfen den Samen vieler Pflanzen zu verbreiten.
  • Sie dienen selbst als Nahrung für viele Lebewesen, wie z.B. Vögeln, Spinnen und Reptilien.
  • Ameisen sind unterirdisch sehr aktiv und sorgen dafür, dass der Boden vermischt wird und somit auch die Pflanzenwurzeln gut belüftet werden.1 In manchen Gegenden sollen sie sogar wichtiger für die Böden sein als Regenwürmer.2

Gefahren von Ameisen

Grundsätzlich schätzt man Ameisen als weniger gefährlich ein, aber manche Arten können doch auch Gefahren und Risiken mit sich bringen.

Die Rossameise (Camponotus sp.), auch Holzameise genannt, kann nämlich genau so viel Schaden anrichten wie Termiten, da sie ihre Nester in Hohlräumen bauen, am liebsten in feuchtem und morschem Holz. Im Gegensatz zu den Termiten fressen Rossameisen das Holz nicht, sondern graben Tunnel darin. Es ist schwer zu erkennen, ob ein Haus, eine Hütte oder Ähnliches befallen ist. Erkennbar wäre es nur zum Beispiel an Haufen von Holzspänen, die vorzufinden sind, oder wenn man ein unerklärliches leises Rascheln in den Wänden hört, könnten das die Ameisen beim Graben durchs Holz sein.

Manche Ameisenarten können auch ein Gesundheitsrisiko darstellen. Im Grunde können nämlich alle Ameisen beißen, vor allem, wenn sie sich angegriffen fühlen, und auch wenn manche Bisse nicht stark schmerzen, könnten sie sich infizieren, wenn man sie nicht ausreichend behandelt.

Einige Ameisenarten haben aber auch einen Stachel, welcher Gift injiziert. Je nach Art kann dies mehr oder weniger gefährlich sein. Symptome sind zum Beispiel Rötungen um die Einstichstelle, Schwellungen, Schmerzen und Juckreiz. Manche Menschen reagieren auch allergisch auf solche Stiche, was lebensgefährlich werden kann.3

Stiche mancher Ameisenarten zählen gar zu den 10 schmerzhaftesten Insektenstichen der Welt.
Eine davon ist die Tropische Riesenameise (Paraponera clavata), auch 24-Stunden-Ameise genannt, welche in Süd- und Mittelamerika im tropischen Regenwald lebt. Laut dem Dr. Schmidt Schmerz Index ist der Stich dieser Ameise einer der schmerzhaftesten Insektenstiche der Welt. Der Schmerz hält bis zu 24 Stunden an. Symptome sind Schwellungen rund um die Einstichstelle, an den Lymphknoten und am Nacken.

Ein Stamm in Brasilien nutzt diese Tropischen Riesenameisen für ein Ritual, bei dem ein Junge den Status eines Mannes erlangen kann. Dafür wird eine Vielzahl dieser Ameisen sediert, um sie in handgemachte Handschuhe „einzuarbeiten“. Sobald die Ameisen wieder aktiv werden, muss der Junge diese Handschuhe 5 Minuten lang tragen, und viele schmerzhafte Stiche über sich ergehen lassen. Diese Schmerzen muss der werdende junge Mann ganze 20-Mal innerhalb von einigen Monaten über sich ergehen lassen, erst dann wird er als Mann im Stamm anerkannt.4

Kennzeichen und Eigenschaften von Ameisen

Es wurden bisher mehr als 10.000 Ameisenarten identifiziert, davon sind in etwa 180 in Europa heimisch. Zu den bekanntesten Ameisen zählen unter anderem die Schwarze Wegameise (Lasius niger), die Gelbe Wiesenameise (Lasius flavus), die Rossameise (Camponotus sp.) und die Pharaoameise (Monomorium pharaonis).5

Anatomie einer Ameise

Grundsätzlich besteht der Ameisenkörper aus dem Kopf, dem Thorax und dem Unterleib.
Der Kopf variiert je nach Art in der Größe und Form und trägt die wichtigsten Sinnesorgane, wie die Mundwerkzeuge, mit denen sie die Nahrung zerkleinern, ihre Beute transportieren und im Nest graben können. Mit den Antennen/Fühlern riechen und tasten Ameisen. Diese reagieren auch sehr empfindlich auf Pheromone, die für die Kommunikation und Organisation im Bau notwendig sind. Aber mithilfe dieser Fühler können Ameisen auch eigene von fremden Nestkameraden unterscheiden.
Das Sehvermögen ist bei Ameisenarten mit größeren Augen sehr gut, während kleinere, unterirdisch lebende Arten auch fast blind sind. Ameisen können auch Farben erkennen und ihre Empfindlichkeit für ultraviolettes Licht ermöglicht es ihnen, das Muster des polarisierten Lichts am blauen Himmel zu sehen, welches ihnen bei der Orientierung hilft.6

Kopf einer Schwarzen Wegameise ©Pixabay/SandeepHanda

Die Ameisenkolonie

Ameisen sind eusozial, was bedeutet, dass zumindest zwei Generationen gemeinschaftlich zusammenleben. Die kleinen Sechsbeiner haben innerhalb einer Kolonie verschiedene Aufgaben, welche durch drei Kasten gekennzeichnet sind.

Die Königin, ein fruchtbares Weibchen, ist für die Eiproduktion verantwortlich. Sie hat Flügel, die sie jedoch nach dem Hochzeitsflug ablegt, sobald sie einen geeigneten Lebensraum für ihre neue Kolonie gefunden hat.

Die Männchen sind ebenfalls geflügelt, sterben aber bald nach dem Hochzeitsflug, bei dem sie die Königin begattet haben.

Die Arbeiterinnen sind flügellose, unfruchtbare Weibchen, deren Körper verschiede Formen und Größen haben, je nachdem welche Aufgabe sie zu erledigen haben. Zum Beispiel haben die Ameisen, welche die Kolonie und den Bau verteidigen (Soldatinnen) größere Köpfe und dickere Unterkiefer. Die meisten Arbeiterinnen sind jedoch im Nest tätig und putzen, kümmern sich um die Brut, oder graben Wege/Kammern im Nest.7

Ameisennest ©Theresa Szemethy

Die Schwarze Wegameise (Lasius niger) ist in Europa sehr bekannt und weit verbreitet, deswegen wollen wir diese Art ein wenig genauer beschreiben:

Aussehen: Die Schwarzen Wegameisen haben einen schwarzbraunen Körper und sind 3 bis 5 mm groß. Die Königin wird bis zu 9 mm groß. Diese Art besitzt keinen Stachel.

Lebenszyklus: Die Königinnen der Lasius niger schwärmen gemeinsam mit den Männchen im Zeitraum zwischen Juni und September aus und paaren sich in der Luft in einiger Entfernung vom Nest (Hochzeitsflug). Danach suchen die Königinnen nach einem geeigneten Ort für die Eiablage. Diese entwickeln sich innerhalb von ca. 14 Tagen zu Larven, nach weiteren 10 Tagen zu Puppen, bis sie weitere 10 Tage danach erwachsen sind. Der gesamte Zyklus vom Ei bis zur adulten Ameise beträgt durchschnittlich 34 Tage. Danach fangen die ersten Arbeiterinnen schon mit der Nahrungssuche an und beginnen den Nestbau.8

Wohnort und Nahrung: Schwarze Wegameisen leben oft unter Pflastersteinen und Terrassen und kommen daher sehr häufig in besiedelten Gegenden vor. Wie viele andere Ameisenarten ernähren sich auch Lasius niger gerne von Honigtau (süße Ausscheidungen von Blattläusen) und fressen auch andere kleine Insekten. Schwarze Wegameisen mögen aber auch „Menschennahrung“ wie Fleisch und Süßigkeiten. Die Ameisen sind vom Frühjahr bis zum Herbst aktiv, im Haus können sie aber ganzjährig auftreten.

Plage: Lasius niger können im Haus, besonders in der Küche im Zusammenhang mit Lebensmitteln, sehr lästig werden. Zusätzlich führen bestimmte Pilzarten eine Lebensgemeinschaft (Symbiose) mit den Schwarzen Wegameisen. Wenn diese Pilze durch verstärkte Feuchtigkeit an verbauten Holzmaterialien auftreten, kann dies ein vermehrtes Auftreten dieser Ameisenart hervorrufen. Das Holz kann durch die Insekten auch beschädigt werden und tragende Teile gefährden.9

Vorbeugung mit BIO/CLEAN KILL

Da sich Ameisen tatsächlich recht schnell und unbemerkt ihren Weg in unser Zuhause bahnen können, sollten Fugen und Fensterränder gut abgedichtet werden, denn die kleinsten Risse können ein Eingang für die Insekten sein. Vor allem in den warmen Monaten empfiehlt es sich, Lebensmittel und Essensreste verschlossen aufzubewahren, bzw. diese zeitgerecht zu entsorgen.

Um einem Befall vorzubeugen oder ein akutes Problem in den Griff zu bekommen, empfehlen wir die Anwendung unserer Bio/Clean Kill Produkte.

Es lohnt sich alle paar Wochen Bio/Clean Kill Classic im Haus oder in der Wohnung gleichmäßig um die Fenster- und Türrahmen, in alle Ritzen, Fugen, Ecken und Kanten zu sprühen, vor allem dort, wo Ameisen gerne entlanggehen oder rasten. Bio/Clean Kill (Extra) micro-fast kann auch in der Küche angewendet werden, Lebensmittel sollten jedoch nicht direkt besprüht werden.

Mit Bio/Clean Kill (Extra) micro-fast können auch der Tischbereich und die Stühle auf der Terrasse behandelt werden, um den Nachmittagskaffee in der Sonne in Ruhe genießen zu können.

Für die Camper und Outdoor Freunde unter euch haben wir auch noch einen Tipp: Damit lästige Mücken, Ameisen etc. beim Zelten nicht nerven, sollte man Bio/Clean Kill (extra) micro-fast auch hier griffbereit haben.

Interessante Fakten zu Ameisen

  • Duftstoffe gegen Ameisen: Düfte wie Lorbeer, Lavendel, Eukalyptus und Zedern meiden Ameisen und können somit helfen, die Plagegeister fern zu halten.10
  • Große Biomasse: Es existiert die Behauptung, dass alle Ameisen auf der Erde zusammen in etwa so viel wiegen wie alle Menschen. Und auch falls der Vergleich nicht exakt stimmt, ist das beachtlich und verdeutlicht, wie viele Ameisen es auf der Welt gibt.2
  • Ameisen sind stärker als Menschen? Wir alle wissen, dass Ameisen ein Vielfaches ihres eigenen Körpergewichtes tragen können, genauer gesagt ein bis zu 40-faches. Wenn man das auf den Menschen überträgt, der ca. 75 kg schwer ist, müsste dieser theoretisch 3 Tonnen tragen können. Niemals! Aber wenn man den Menschen auf Ameisengröße umrechnet, kommt man zu dem Ergebnis, dass der Mensch 9-mal stärker als eine Ameise ist. Das hat damit zu tun, dass sich die Körpergröße bzw. das Gewicht bei einer Größenveränderung viel Stärker ändert als der für die Kraft relevante Muskelquerschnitt.11
  • Symbiose mit Blattläusen: Wie schon erwähnt, ernähren sich Ameisen gerne von den süßen Ausscheidungen der Blattläuse. Man beschreibt dies auch als „melken“. Die Ameise streichelt mit ihren Fühlern den Hinterleib der Laus, welche daraufhin ein wenig süße Flüssigkeit abgibt. Weil dieser Honigtau für Ameisen nicht nur eine Delikatesse darstellt, sondern auch viele Mineralstoffe und Vitamine bereithält, beschützen die Ameisen auch ihre Blattläuse vor deren Fressfeinden, wie z.B. Marienkäfer.12

Ameisen auf einer Knospe ©Pixabay/Alexas_Fotos

Ameisen sind zwar winzig, zeigen aber beachtliche Größe in ihrer Arbeit für die Natur. Lasst ihnen ihren Lebensraum, wenn es möglich ist, und beobachtet sie eine Weile, sie sind faszinierend!

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